Bischofsbesuch in Mühlhausen/Thüringen | 30.03.2021

Zum ersten Mal in Mühlhausen/Thüringen
Bischof besucht eine der ältesten SELK-Gemeinden

Mühlhausen (Thüringen), 30.3.2021 - selk - Die Kantate-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Mühlhausen (Thüringen) empfing am vergangenen Sonntag erstmals den leitenden Geistlichen ihrer Kirche, Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), zu einem Gottesdienst und einer Gemeindebegegnung. Kirchenvorstand und Pfarrer hatten dazu eingeladen, nachdem Voigt öffentlich geäußert hatte, dass er auch kleine SELK-Gemeinden besuchen wolle, weil ihm diese ebenso am Herzen lägen wie größere Gemeinden.

In seiner Predigt griff Voigt den Zuspruch des biblischen Sonntagsevangeliums aus dem 12. Kapitel des Evangeliums nach Johannes auf: "Fürchte dich nicht, du Tochter Zion, siehe, dein König kommt." Zion sei heute "unser menschliches Herz". Wie Jerusalem damals, so sei dieses ein stark umkämpfter Schauplatz politischer und geistiger Auseinandersetzungen. Es gehe darum, dass Jesus Christus als König in die Herzen einziehe, damit Frieden im eigenen Leben und in den Gemeinden und Städten wachsen könne, sagte Voigt weiter. "Fürchte dich nicht, liebe Kantate-Gemeinde, vor den großen Sanierungsaufgaben am Kirchengebäude", hieß es in der Predigt weiter - in Anspielung auf den hohen Sanierungsbedarf an der Immobilie. Der Gottesdienst wurde musikalisch unter anderem durch Marlene Karpe (Erfurt) sowie von weiteren Soloinstrumentalistinnen ausgestaltet.

Im Anschluss überbrachte Bischof Voigt die Grüße der Kirchenleitung und dankte für die Einladung. Pfarrer Harald Karpe (Erfurt), der kürzlich die gemeindliche Leitung von Erfurt aus übernommen hat, informierte über den Sanierungsbedarf am Kirchengebäude. Ernst-Wilhelm Brecht (Erfurt) gab Einblicke in die Kirchen- und Gemeindegeschichte. Die Kantate-Gemeinde Mühlhausen sei mit ihrer 200-jährigen Geschichte eine der ältesten SELK-Gemeinden. Die preußische Verfolgungszeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sie miterlebt. Gemeindeglieder aus Mühlhausen besuchten seinerzeit ihren Pfarrer Johannes Andreas August Grabau treu im Gefängnis im nahegelegenen Heiligenstadt. Dessen Leiter, Karl Georg Heinrich von Rohr, war selbst Lutheraner und verhalf seinem Freund Grabau schließlich zur Flucht. Grabau wanderte in die USA aus und gründete dort die evangelisch-lutherische "Buffalo-Synode", eine Vorgängerkirche der Lutherischen Kirche-Missouri Synode, mit der die SELK in Kirchengemeinschaft steht.

Gegenüber selk_news äußerte sich Bischof Voigt überrascht über den gepflegten und gut erhaltenen Innenraum der Kirche. Das Äußere des historischen Gebäudes, das mit seiner Lage auf den Fundamenten der historischen Stadtmauer aufruhe und damit zum Stadtkern der mittelalterlichen Kleinstadt gehöre, habe auch seiner Meinung nach erheblichen Sanierungsbedarf. Voigt sagte weiter: "Ich freue mich sehr, dass der Kirchenvorstand gemeinsam mit Pfarrer Karpe bereits erste Kostenvoranschläge zur Sanierung eingeholt hat. Über eine erste Finanzierungshilfe konnte ich die Gemeinde bei meinem Besuch schon informieren. Solche guten Nachrichten überbringe ich natürlich besonders gern."

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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