Angedacht!


„U
nd der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Tag und Nacht.“
1. Mose 8,21f


LieGruenhagen Andrea 175be Leserinnen und Leser,

wie quer steht Gottes Wort doch oft zu dem, was Menschen in ihrer jeweiligen Zeitbedingtheit für richtig und wichtig halten. Da meine ich nicht nur die Tatsache, dass es ein gänzlich nicht-veganes Brandopfer war, dass Gott mit seinem lieblichen Geruch erfreute. Nein, da ist auch die Verheißung Gottes als er mit Noah den Bund schloss nach der Sintflut und spricht: „Ich will die Erde nicht mehr verfluchen und schlagen …“ ist ja wahrlich eine unerhörte Botschaft. Wo sich doch unzählige Menschen überall auf der Welt gerade so viel Sorgen machen wegen der Entwicklung des Klimas. Nun, die Schöpfung zu bewahren und in den Fragen dieses irdischen Lebens verantwortlich zu handeln ist ja auch nicht falsch. Aber wer dabei so tut, als könne er den Gott, der in Gericht und Rettung der Handelnde ist, ignorieren, der erweist nur, dass sein Dichten und Trachten eben wirklich böse ist von Jugend auf. Es ist der allmächtige Schöpfer, der in diesen Versen redet und der für sich in Anspruch nimmt, dass die Ordnungen der Natur in seiner Hand liegen. Wer wagt es zu fragen: „Ja, sollte Gott gesagt haben …“.

Andere denken in ihrer Panik vielleicht: „Ist ja gut, wenn Gott die Erde nicht mehr zerstören will, aber das schaffen wir Menschen ganz allein. Wir müssen die Erde retten“. Hier ist ganz nüchtern von Glauben her zu sagen, dass der Mensch sich nicht überschätzen soll. Es heißt nicht umsonst, dass dieses Versprechen Gottes gilt, solange die Erde besteht. Sie wird aber nicht ewig bestehen. Und derjenige, der sie durch sein Wort ins Dasein rief, der wird sie auch durch sein Wort vernichten. Im Neuen Testament heißt es: „Denn sie wollen nichts davon wissen, dass der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; dadurch wurde damals die Welt in der Sintflut vernichtet. So werden auch jetzt Himmel und Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.“ (2. Petrus 3,5-7) Es sieht so aus, als hätte der Mensch, dessen Dichten und Trachten böse ist von Jugend auf, noch ein ganz anderes Problem als den steigenden Meeresspiegel.

Für Christen ist das Weltende der Tag, an dem ihr Herr und Heiland wiederkommen wird. Wer zu Jesus Christus gehört, der hat dann nichts zu fürchten. Der muss auch nicht ängstlich irgendwelchen Prognosen zur Berechnung des Weltendes glauben. „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Matthäus 24,36) Wer an Jesus Christus glaubt, der hat Herz und Hände frei, nüchtern und besonnen zu handeln in dem, was in seiner Hand liegt. Alles andere kann er Gott überlassen. Was für eine unerhörte Verheißung.

Dr. Andrea Grünhagen

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