Louis-Harms-Konferenz in Farven | 14.11.2019

Mut zur Veränderung
SELK: Louis-Harms-Konferenz zur Situation christlicher Gemeinden im Wandel

Farven, 14.11.2019 - selk - "Wir dürfen den Wandel nicht nur leidvoll erleben, sondern wollen ihn nach unseren Kräften auch gestalten. Dass wir uns über unsere Erfahrungen in dieser Hinsicht austauschen konnten, hat uns neu Mut für unsere Dienste vermittelt." So die einhellige Meinung vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem anspruchsvollen Treffen in Farven.

Über die "Christliche Gemeinde im Wandel" haben am vergangenen Samstag in den Räumen der Pella-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Farven die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Louis-Harms-Konferenz diskutiert und thematisch gearbeitet. Die Konferenz wird organisiert von einem Vorbereitungskreis von Theologen und Laien aus der Landeskirche Hannovers und der SELK. Bereits zum 42. Mal fand die Tagung, benannt nach dem Erweckungsprediger und Missionsgründer aus Hermannsburg, statt.

Das Thema "Christliche Gemeinde im Wandel" nahm die Situation auf, in der sich die Mehrzahl der Gemeinden heute befindet. Welche Wege müssen beschritten werden, um das Evangelium zeitgemäß zu verkündigen und in den Gemeindestrukturen kirchlich entfremdeten Menschen neu eine Heimat zu geben, lautete die Leitfrage.

Bischof i.R. Erich Hertel (Hermannsburg) erläuterte in seiner Bibelarbeit zu Beginn der Tagung, welche Bilder von Gemeinde das Neue Testament an die Hand gibt. Auch dort seien bereits Veränderungen und Wandlungen zu bemerken. Entscheidend in allen "Modellen" sei aber die Konzentration auf Jesus Christus als Fundament der Gemeinde ("Haus der lebendigen Steine") beziehungsweise als Haupt ("Gemeinde als Leib Christi"). Einen anderen Aspekt betone das Bild von der Gemeinde als "wanderndes Volk Gottes", wobei hier die missionarische Dimension besonders zum Tragen komme: Auf dem Weg zur neuen Welt Gottes sollten alle Völker mitgenommen werden. Das Volk Gottes beschränke sich nicht auf eine Nationalität, sondern umfasse alle Völker.

In ihrem anschließenden Hauptvortrag würdigte die Kirchenhistorikerin Dr. Andrea Grünhagen, Pastoralreferentin der SELK, den 200. Geburtstag von Theodor Harms, erster Präses der Hannoverschen evangelisch-lutherischen Freikirche und Nachfolger seines älteren Bruders Louis als Missionsdirektor in Hermannsburg, und beschrieb seine innovativen Aktivitäten im Hinblick auf eine damalig fortschrittliche Gemeindearbeit.

Auf der Grundlage erwecklicher Verkündigung, die auf eine persönliche Glaubensüberzeugung mit dementsprechender Lebensführung ausgerichtet gewesen sei,  seien religiöse und allgemeine Bildung, Gemeinschaftsangebote und neuere Musik wesentliche Bausteine gewesen, so Grünhagen, die als Referentin für Theologie und Kirche im Kirchenbüro der SELK in Hannover arbeitet. Diese Impulse könne man heute neu umsetzen. Angst vor Wandel müsse man nicht haben, denn in der Kirchengeschichte hätte es nie eine Zeit ohne Wandel gegeben. Bemerkenswert sei auch, dass der Glaube immer wieder neue Ausdrucksformen finde.

Über solche praktischen Umsetzungen in den verschiedenen Bereichen der Gemeindearbeit sowohl im städtischen als auch ländlichen Umfeld berichteten dann einige Referenten aus Norddeutschland (Pastor Andreas Beneke aus Rhade, Ehepaar Kristina und Torsten Gerdes sowie Irmgard Schröder aus Tarmstedt und Harald Kaminski aus Kirchlinteln) und erörterten ihre Erfahrungen in den anschließenden Gesprächsgruppen. Schwerpunkte bildeten dabei die tiefgreifenden Veränderungen durch die digitale Welt, die zunehmende Einsamkeit vieler Menschen sowie die Möglichkeiten der Musik, der Diakonie und der Arbeit mit Kindern.

In seinem Schlusswort machte Pfarrer i.R. Dr. Hartwig Harms (Hermannsburg) Mut zur Kreativität und zum Vertrauen in den Heiligen Geist, um dessen Wirkkraft jede und jeder bitten dürfe und solle.

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Ein Bericht von selk_news /
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