Diakonissenwerk Korbach: Neues Konzept nimmt Formen an
Zu seiner 67. Mitgliederversammlung traf sich der Diakonissenwerk Korbach e.V. am Freitag, 11. September in den Räumen der Korbacher Krankenpflegeschule. Nachdem vor einem Jahr bei einem Workshop eine grundlegende Neuausrichtung beschlossen wurde, hat die Vorsitzende Christiane Raatz (Kassel) nun bereits von großen Fortschritten berichtet. Die wirtschaftliche Situation konnte konsolidiert werden und es wurden erste Vorhaben für eine neue diakonische Arbeit gestartet.
"Sicher wohnen" hat sich das Diakonissenwerk zum Thema gemacht. Das Leitthema kommt aus Psalm 16, in dem es heißt: "Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird sicher wohnen.“ Aus der bisherigen Wohnanlage, die Heimat der Korbacher Diakonissen war, soll in den nächsten Jahren ein Lebensraum werden, an dem Menschen sicher wohnen können: ohne Angst vor unfairen Kündigungen, ohne wegen ihrer Herkunft oder Sprachkenntnisse ausgegrenzt zu werden, ohne wegen ihres Alters unnötig eingeschränkt zu werden. Dabei geht der Blick des Diakonissenwerkes deutlich über Korbach hinaus. Wohnberatung für älter werdende Gemeindeglieder kann ebenso dazugehören wie etwa die Konzeptentwicklung zur diakonischen Nutzung leerstehender Pfarrhäuser.
Diakonin Daria Klevinghaus (Homberg) arbeitet derzeit an neuen Konzeptideen und hat schon erste Initiativen gestartet. In der Mitgliederversammlung traf diese Neuausrichtung auf große Zustimmung.
Bisher habe man die Wohnungen nur als Kapitalanlage betrachtet. Dass sie aber auch die Grundlage für diakonische Arbeit werden können über Korbach hinaus sei eine gute Perspektive.
Auch wirtschaftlich konnte das Diakonissenwerk im vergangenen Jahr konsolidiert werden. Auf Bitten des 2025 neu gewählten Vorstandes hatte die letzte Mitgliederversammlung den Jahresabschluss 2024 nicht gebilligt. Stattdessen wurden der vorliegende Abschluss 2024 sowie die neuen Zahlen für 2025 einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgelegt, die die finanzielle Situation intensiv analysiert hat. Nach der Aufarbeitung und Klärung einiger Detailfragen konnte der neue Vorstand nun für beide Jahre Prüfungsberichte vorlegen, so dass die Mitgliederversammlung nunmehr für beide Jahre Entlastung erteilt hat. Im Jahresvergleich konnte das Betriebsergebnis 2025 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht werden. Zur weiteren Entlastung der Vereinstätigkeit hat der Vorstand beschlossen, eine professionelle Hausverwaltung mit dem Betrieb der Wohnanlage zu beauftragen.
Über die Tätigkeit des Diakonissenwerkes informiert auch die neue, barrierefrei gestaltete Webseite, die auf der Mitgliederversammlung vorgestellt wurde.
Das Diakonissenwerk Korbach entstand in den 1950er Jahren nach der deutschen Teilung als westlicher Ableger des Naëmi-Wilke-Stifts in Guben. Schwester Helga Habermann, die in der Korbacher Wohnanlage lebt, ist die letzte Diakonisse der SELK.