Mit Jesus durch Feld und Wiese
Zwölf Tage lang, vom 20. bis 31. Juli, hieß es auf dem Tannenhof in Allendorf/Lumda wieder: „Kuh“le- und „Sau“starke „Mist“freizeit! 22 Kinder und neun Betreuerinnen und Betreuer machten den Bauernhof von Götz und Luise Hoffmann zu ihrem Zuhause auf Zeit. Mit dabei war auch, beinahe traditionell, Freizeitpastor Michael Hüstebeck (Göttingen). In diesem Jahr stand die Freizeit unter dem Motto „Mit Jesus durch Feld und Wiese“. Denn wer in den Evangelien mit Jesus unterwegs ist, begegnet erstaunlich oft Bildern aus Landwirtschaft und Natur: einem verlorenen Schaf und einem winzigen Senfkorn, Saat und verschiedenen Böden, den Lilien auf dem Feld, einer übervollen Scheune und einem Schatz, der mitten im Acker gefunden wird.
Diese Bilder begleiteten die Kinder durch die Morgen- und Abendandachten. Dabei gab es immer wieder etwas zu entdecken: Gottes Reich beginnt manchmal unscheinbar klein wie ein Senfkorn. Gott lässt wachsen, was wir selbst nicht machen können. Er sorgt großzügiger für uns, als wir es oft wahrnehmen. Und wie der Hirte das verlorene Schaf sucht, so gibt Gott keinen Menschen verloren.
Manches davon wurde ganz handfest. Wer vom Schatz im Acker hört, muss schließlich auch selbst auf Schatzsuche gehen! Am Ende wartete eine besondere Schatzkiste. Wer hineinschaute, entdeckte darin – sich selbst. Die Botschaft dahinter: Du bist für Gott kostbar. Er sieht dich und möchte dich nicht verlieren.
Natürlich blieb neben Andachten, Stalldienst und anderen Aufgaben auf dem Bauernhof reichlich Zeit für Abenteuer. Bei Büffeljagd, Stratego und Schmugglerjagd ging es quer durchs Gelände. Ein Ausflug in den Kletterpark verlangte an manchen Stellen Mut und Überwindung. Und bei fast 36 Grad verwandelten sich die Wasserspiele schließlich in eine ausgewachsene Wasserschlacht. Dabei stellte sich heraus, dass auch ein Freizeitpastor keineswegs unter Artenschutz steht. Allerdings soll er an seiner gründlichen Durchnässung nicht ganz unschuldig gewesen sein.
In der Mitte der Freizeit lag zugleich ihr geistliches Zentrum: ein gemeinsamer Gottesdienst unter dem Thema „Der liebende Vater“. Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn wurde dabei vor allem als Geschichte eines Vaters entdeckt, der seine beiden Söhne nicht aufgibt. Dem einen läuft er entgegen, zum anderen geht er hinaus. Beide lädt er an seinen Tisch: Gott sucht. Gott kommt entgegen. Gott schenkt. Und bei ihm ist Platz am Tisch.
Passend dazu wurde anschließend das selbst mitgebrachte Mittagessen miteinander geteilt, bevor es zum gemeinsamen Kegeln ging. „Und sie fingen an, fröhlich zu sein“, heißt es am Ende des Gleichnisses. Wobei – angefangen hatte die Fröhlichkeit auf dem Tannenhof natürlich auch schon ein paar Tage früher.
Auch Elisabeth von Thüringen begleitete die Freizeit. An ihrem Beispiel wurde darüber nachgedacht, wo Menschen unsere Hilfe brauchen und wie aus dem, was Gott uns schenkt, etwas für andere werden kann. Denn zum Leben auf dem Tannenhof gehörte ebenfalls das gemeinsame Anpacken: im Stall, in der Küche und bei vielen anderen Aufgaben.
Nach zwölf Tagen lagen zahlreiche Erlebnisse hinter Kindern und Mitarbeitenden: Stalldienst und Schatzsuche, Kletterpark und Geländespiele, Andachten und Lieder, Gottesdienst und Kegeln – und natürlich eine ziemlich nasse Wasserschlacht.
Vielleicht fasst gerade eines der Gleichnisse Jesu diese Tage besonders schön zusammen: Wir können säen. Wir können begleiten. Wir können miteinander unterwegs sein. Aber dass daraus etwas wächst, liegt nicht allein in unserer Hand. Gott lässt wachsen.
So bleiben viele Erinnerungen an zwölf „kuh“le und „sau“starke Tage auf dem Tannenhof – und die Hoffnung, dass manches von dem, was dort gesät wurde, noch lange weiterwächst.