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„Du bist’s, Elias!“ Aufführung des Oratoriums „Elias“

Elias„Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, kommt her zu ihm! Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt Her zu ihm und neigt euer Ohr, und kommt zu ihm, so wird eure Seele leben.“ So lautet die Lesung aus dem Buch Jesaja im Alten Testament zum 2. Sonntag nach Trinitatis (Jesaja 55,1-5). Dieses Trostwort bildet auch die Textgrundlage für das einzige Quartett der vier Solistinnen und Solisten in dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, welches die Kantorei Hessen, verstärkt durch viele Sängerinnen und Sänger außerhalb dieser Region, zusammen mit dem Orchester Kurpfalz Philharmonie am 2. Sonntag nach Trinitatis, dem 14. Juni, in der Bergkirche in Niedergründau unter der engagierten und fachkundigen Leitung von Kantorin Nadine Sonne aufführte.

Am Abend zuvor hatte das Ensemble das Oratorium bereits einmal in der Stadtkirche in Melsungen zu Gehör gebracht. Für die Solistenrollen konnten  Uta Krause (Sopran), Anne Smutny (Alt), Joohoon Shin (Tenor) und Martin Backhaus (Bass) gewonnen werden.

Felix Mendelssohn-Bartholdy hat darin die biblische Geschichte von Elias verarbeitet, der den Baalspropheten, deren Wirken der König Ahab und seine Frau Isebel im 9. Jahrhundert vor Christus Tor und Tür in Israel geöffnet hatten, den Kampf ansagt. Elias tritt in ein Zwiegespräch mit seinem Zeitgenossen, dem Propheten Obadja, von dessen Wirken wir nur sehr wenig wissen, ein. Eindrücklich werden biblische Texte aufgegriffen, von Chor oder Solisten nachdrücklich vorgetragen und mit Musik des Orchesters gezielt untermalt. So scheut man sich, sein Werk als „Konzert“ zu bezeichnen, ist es doch viel mehr eine Predigt über Gesetz und Evangelium, ein Gottesdienst, der durch das Aufzeigen der Sünde (des Königs – „Du bist’s, der Israel verdirbt“) und der Verkündigung des Evangeliums die still Mifeiernden nicht nur in das Geschehen mit einbezieht, sondern ihnen auch die Barmherzigkeit Gottes zusagt: „Ja, es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber deine Gnade wird nicht von mir weichen, und der Bund deines Friedens soll nicht fallen“ (Jesaja 54,10).

Bereits seit einem Jahr traf sich die Kantorei regelmäßig, um dieses bedeutende Werk der Romantik einzustudieren. Zusammen mit den vier fantastisch besetzten Solistinnen und Solisten sowie den hervorragenden Musikerinnen und Musikern der Kurpfalz Philharmonie gelang Kantorin Nadine Sonne eine berührende Interpretation und so wurde dieses sehr bekannte Werk von Mendelssohn-Bartholdy zu einem wahren Hörgenuss, sodass ein Zuhörer beim Verlassen der Kirche in Melsungen fragte, wo denn die nächste Aufführung stattfände: Er würde es unbedingt noch einmal hören wollen. Kein Wunder, bei dem Résumé, das Mendelssohn-Bartholdy zog: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wonne und Freude werden sie ergreifen. Aber Trauern und Seufzen wird vor ihnen fliehen.“

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