SELK-Aktuell

Zweiter Tag der kirchenleitenden Konsultation in Lettland

LettlandDer 9. Juni, der zweite Tag des Besuches der deutschen Delegation der SELK in Lettland, startete mit einem gemeinsamen Gottesdienst im altehrwürdigen St. Marien-Dom im Herzen der Altstadt Rigas. Dompropst Elijs Godiņš führte die deutschen Besucher im Anschluss durch die Kathedrale der lettischen Schwesterkirche LELB, deren Turmspitze das Stadtbild der Hansestadt prägt. Beim gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie schwierig die Instandhaltung eines solch alten Gebäudes ist – selbst mit finanzieller Hilfe des lettischen Staates bleibt dies eine außergewöhnliche Herausforderung.

Die deutsche Delegation unter Führung von Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. sowie ein Teil der lettischen Delegation unter Führung von Erzbischof Rinalds Grants besuchten im Anschluss das lettische Parlament, die „Saeima“. Neben einem Besuch des Plenarsaals, in dem die 100 Abgeordneten regulär einmal pro Woche tagen, stand auch ein Austausch mit christlichen Abgeordneten unterschiedlicher Fraktionen und Konfessionen auf der Agenda. Die vier Parlamentarierinnen und Parlamentarier Jānis Grasbergs, Zanda Kalniņa-Lukaševica, Jurģis Klotiņš sowie Linda Matisone sprachen mit den SELK- und LELB-Vertretern über einen lebendigen, ökumenischen Austausch unter den christlichen Abgeordneten der Saeima, über die aktuelle Sicherheitssituation in Lettland und Europa sowie über gegenwärtige gesellschaftliche und soziale Herausforderungen, die in Lettland und Deutschland viele Menschen bewegen. Das hochrangige Gespräch wurde von zahlreichen Medienvertretern begleitet, auf der Website der LELB befinden sich ein Bericht in lettischer Sprache sowie zahlreiche Bilder des Austausches.

Am frühen Nachmittag stand ein Besuch des Okkupationsmuseums in Riga an. Bei einer deutschsprachigen Führung wurde auf die leidvolle Geschichte der lettischen Nation eingegangen, die im 21. Jahrhundert durch die Unabhängigkeit der Letten, jedoch auch durch die grausame Unterdrückung von den Nazis sowie der sowjetischen Kommunisten geprägt war. Der Besuch der Dauerausstellung wurde durch eine Sonderausstellung komplettiert, die sich mit der Unterdrückung verschiedener Glaubensgemeinschaften, darunter die lettischen Lutheraner, befasste. Der Besuch des Museums hinterließ einen bleibenden Eindruck, wie Bischof Voigt auch im Gästebuch stellvertretend für die Delegation festhielt.

Am späten Nachmittag wurden eine Auswahl von Veröffentlichungen des ehemaligen Bischofs der SELK, Dr. Jobst Schöne D.D. (1931-2021), die in die lettische Sprache übersetzt wurden, der Öffentlichkeit in Buchform präsentiert. Dabei hielt Bischof Voigt in seiner Ansprache fest, wie ihn Bischof Schöne als „Vater im Glauben“ prägte und welche Verdienste Schöne für die deutsch-lettische lutherische Kirchengemeinschaft habe. „Wir sind eine Kirche – lediglich durch die Sprache getrennt“, so betonte Voigt am heutigen Tag mehrfach. Die Buchvorstellung fand in den Räumlichkeiten der „Lutherakademie“ statt, in der der theologische Nachwuchs der LELB ausgebildet wird. Am Abend endete der offizielle Teil des Tages mit einem Vortrag über ein Jugendprojekt der LELB im Herzen Rigas sowie einem Austausch über die Vernetzung Jugendlicher und junger Erwachsener in Lettland.

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