Allgemeine Kirchenmusiktage 2026 in Baunatal beendet
Am zweiten Tag der Allgemeinen Kirchenmusiktage (AKT), Freitag, dem 1. Mai, nahmen nach der von Propst Jörg Ackermann gehaltenen Morgenandacht die Arbeitsgruppen ihre Arbeit auf. Dafür hatten Kantorin Nadine Sonne, Niedenstein-Wichdorf, und der Kirchenmusikalische Arbeitskreis Süd unter dem Vorsitz von Pfarrer i.R. Wolfgang Schmidt (Nürnberg) ein besonders gelungenes Konzept entworfen: Der Umgang mit der eigenen Stimme im Laufe des Lebens. Für die teilnehmenden Sängerinnen und Sänger war Musiktherapeutin, Diplommusikerin und Klangexpertin Demenz, Isabelle Vilmar, eigens für das Singen mit dementiell erkrankten Menschen angefragt worden.
Da Kantorin Nadine Sonne sich bereits seit längerer Zeit nicht nur mit dem Thema „Singen mit dementiell erkrankten Menschen“ beschäftigt, sondern auch eine Fortbildung auf diesem Fachgebiet macht, wollte sie nicht nur theoretisch referieren, sondern zusammen mit Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind, singen. Dieses Konzept entfaltete seine Wirkung zusehends in diesen Tagen, wurden die Andachten doch in dem Kirchraum des Gertrudenstiftes gefeiert, wo auch sonst die Gottesdienste der Gemeinde Großenritte gefeiert werden. So konnten Bewohnerinnen und Bewohner daran teilnehmen. 33 Bläserinnen und Bläser nahmen derweil die Arbeit in einem Workshop mit Michael Schütz auf. Deren Engagement offenbarte sich besonders beim Werkstattkonzert und beim Festgottesdienst am Sonntag, ebenso wie das der Organistinnen und Organisten, die am Freitag unter der organisatorischen Leitung des Orgeldelegierten des KAS-Süd, Matthias Rödiger, zu einer Orgelexkursion in die Region aufbrachen, um verschiedenste Orgeln und eine Orgelwerkstatt zu erkunden. Zwischendrin gab es auch Gelegenheit, die Orgel der Kreuzkirche in einem Workshop mit Kantor Thomas Nickisch kennen zu lernen. Auch ein Besuch im Orgelmuseum Borgentreich stand auf dem Plan.
Am Samstagabend gab es das mittlerweile zur Tradition gewordene Werkstattkonzert, in dem die einzelnen Gruppen einige der in diesen Allgemeinen Tagen der Kirchenmusik erprobten und erlernten Stücke zu Gehör brachten. Im Festgottesdienst am Sonntag Kantate in der Ev. Kreuzkirche erklang wiederum viel Musik von allen drei Gruppen, sowie von Kantorin Antje Ney an der Orgel. Pfarrer Gerd Bechtel von der gastgebenden Ev. Gemeinde, in deren Räumen auch der Bläserworkshop sowie Einzelunterricht unter der Leitung von Gudrun von Hering stattfand, hieß alle Gäste sehr herzlich willkommen. Pfarrer Axel Wittenberg (Kassel), der zusammen mit Pfarrer Bechtel die seelsorgerliche Verantwortung im nahe gelegenen Gertrudenstift trägt, hielt die Festpredigt.
In diesem Jahr wurden die AKT besonders geschickt terminiert, da ein bundeseinheitlicher Feiertag, der 1. Mai, auf einen Freitag fiel und der Abschlussgottesdienst am Sonntag Kantate unter dem Wochenspruch aus Psalm 98 „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ gefeiert werden konnte. So hat das Amt für Kirchenmusik, das die AKT ausrichtet, sich gerne auf den Vorschlag von Kantorin Nadine Sonne eingelassen, ausnahmsweise nicht das traditionell gesetzte lange Himmelfahrtswochenende für die Ausrichtung der AKT zu wählen, zumal an diesem das größte Begegnungsevent der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK), die SELKiade, im nahe gelegenen Homberg stattfindet. So kam die bei den AKT reichlich vertretene Jugend nicht unter Zugzwang, den Besuch von nur einer der beiden Großveranstaltungen der SELK zu wählen.
Die AKT sind eine musikalische Veranstaltung für Ehrenamtliche und möchte den vielen musikalisch Aktiven in der SELK die Möglichkeit bieten, selbst einmal aufzutanken. Sie finden einmal im Jahr statt. Im Jahr 2027 sollen sie – Sub conditione Jacobaea – in der Kirchenregion Nord ausgetragen werden – dann aber wieder von Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag Exaudi, vom 6. bis zum 9. Mai 2027.