Bundesverdienstkreuz für Annette Wagner


Am 28. November 2019 wurde Annette Wagner, die Kirchglied der Kreuzgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Witten ist, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen und damit die Auszeichnung, die die höchste ist, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl zu vergeben hat und die durch den jeweils amtierenden Bundespräsidenten verliehen wird. Seit 2012 leitet sie das Kinder- und Jugendtrauerzentrum „traurig-mutig-stark“ in Witten und engagiert sich auch darüber hinaus in verschiedenen Kontexten, in denen es um Trauerbegleitung geht. Das Team von selk.de sprach anlässlich der Ehrung mit ihr über ihre Arbeit.

Verdienstkreuz

SELK.de: Frau Wagner, kürzlich haben Sie für Ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?


Wagner: Gemeinsam mit Gleichgesinnten an einer sinnvollen Sache zu arbeiten, gemeinsam für eine gute Sache zu kämpfen, gemeinsam Ziele zu definieren und diese gesetzten Ziele zu verfolgen, das hat mich immer beflügelt und glücklich gemacht. Richtig gute Ideen konnten daher bei mir auch immer nur im Austausch und im guten Zusammenspiel mit anderen entstehen.
Und so können Sie vielleicht besser einordnen, warum ich das Bundesverdienstkreuz entgegengenommen habe.
Denn ich nehme die Würdigung stellvertretend entgegen für alle geduldigen Förderer von Ansätzen, kognitiven Unterstützer, für Ideengeber und Rückenstärker, für Mitfühler und Mitdenker aus allen meinen Lebensbereichen: meinen Freunden, meiner Kreuzgemeinde, meiner Familie und ganz besonders meinem lieben Mann Frithjof, ohne den ich das alles nicht hätte tun können.
Und ich nehme die Würdigung im Namen sämtlicher Teammitglieder aus den beiden Vereine (Verein für Trauerbegleitung Hattingen e.V. und dem Bundesverband Trauerbegleitung e.V. ) an, für die ich tätig bin. Sie alle haben Verdienst an dem Kreuz, das ich nun tragen darf und so fühle ich mich jetzt „ausgezeichnet“.

SELK.de: Vermutlich hören Sie immer wieder, wenn Sie anderen von Ihrer Arbeit erzählen „Das ist aber schwer, das könnte ich nicht!“ Was sagen Sie in solchen Situationen?

Wagner: Gott scheint mir „Talente“ anvertraut zu haben, die ich gerne einsetze, um sie zu mehren.

SELK.de: Was würden Sie Menschen als Rat mitgeben, die unsicher sind, wie sie trauernden Menschen begegnen sollen?

Wagner: Weniger reden - mehr zuhören! Den Verlust nie kleinreden und nicht mit anderen vergleichen. Geduld haben, Da - sein und Mit – Aushalten. Über den Verstorbenen reden. Praktische Hilfe anbieten (aber nur, was ich auch leisten kann). Floskeln trösten nicht! Schuld nicht hartnäckig ausreden. Launen aushalten, nichts persönlich nehmen. Es ist ok, wenn ich unsicher bin, ich darf das auch sagen. Stille aushalten, Weinen auch. Trauernde haben einen Menschen verloren, nicht den Verstand!

SELK.de: Welche Bedeutung hat Ihr Glaube für Ihre Arbeit?

Wagner: Mein Glaube und die gute Gemeinschaft in meiner Heimatgemeinde, der Kreuzgemeinde Witten, sind für mich wie eine Tankstelle, bei der ich immer wieder neue „Energie“ und Kraft für meine Wege erhalte.

SELK.de: Diese Energie und Kraft wünschen wir Ihnen auch weiterhin und danken Ihnen für das Gespräch!

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