Dies Academicus der LThH in Oberursel (1) | 19.11.2022

Taufe - Kirche - Anerkennung"
Dies Academicus an SELK-Hochschule hat begonnen


Oberursel, 19.11.2022 - selk - "Taufe - Kirche - Anerkennung". Unter diesem Thema hat die Lutherische Theologische Hochschule Oberursel (LThH) in Trägerschaft der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zu ihrem diesjährigen Dies Academicus (Studientag) eingeladen. Anlässe waren zum einen das 50-jährige Jubiläum des Bestehens der SELK in diesem Jahr und zum andern der 15. Jahrestag der Unterzeichnung der Magedeburger Erklärung zur Taufanerkennung. Rund vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dieser Einladung, um vor Ort oder digital an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Dabei stand am gestrigen ersten von zwei Tagen der theologischen Konferenz, die von Prof. Dr. Gilberto da Silva, Prof. Dr. Christian Neddens und dem wissenschaftlichen Assistenten Tobias Schütze (alle LThH Oberursel) vorbereitet worden war und geleitet wird, im Wesentlichen im Zeichen tauftheologischer Fragestellungen.

Der Altbischof der SELK, Dr. Diethardt Roth (Melsungen), führte mit Erinnerungen zum Zustandekommen der Magdeburger Erklärung und in ihrem Vorfeld der Charta Oecumenica ins Thema ein und warb abschließend dafür, Ausgetretene zu Tauferinnerungsgottesdiensten einzuladen, und für gemeinsame Initiativen der Kirchen, um Nicht-Getauften die Taufe liebzumachen.

Daran schlossen sich in einem zweiten Vortrag Überlegungen von Tobias Schütze an, der sich dem Anerkennungsbegriff im ökumenischen Dialog zuwandte und der unter anderem die Unterscheidung von "Anerkennen" und "Erkennen" in kirchlichen Dokumenten problematisierte.

Prof. Dr. Anne Käfer (Münster) beleuchtete in ihrem Beitrag "Taufe und Kirchengemeinschaft in evangelischer Perspektive" nicht zuletzt das Spannungsfeld von Taufe und Glaube und wandte ihre Überlegungen praktisch und zugleich kritisch auf die Fragen der Praxis der Nottaufe und der Glaubensprüfung von Asylsuchenden durch deutsche Behörden und Gerichte an.

Inkonsistenzen machte PD Dr. Burkhard Neumann (Paderborn) in seinem Vortrag zu "Taufanerkennung und eucharistische Gemeinschaft aus römisch-katholischer Sicht" aus, wenn er seine Beobachtung mitteilte, dass in der Verhältnisbestimmung von Taufe und eucharistischer Gemeinschaft vonseiten der römisch-katholischen Kirche im Gegenüber zu den orthodoxen Kirchen auf der einen und den evangelischen Kirchen auf der anderen Seite offenbar mit unterschiedlichen Kriterien gearbeitet werde. Hier könnten sich Möglichkeiten für das ökumenische Gespräch ergeben.

SELK-Prof. i.R. Dr. Werner Klän D.Litt. (Lübeck) brachte mit seinem Vortrag einen konkordienlutherischen Standpunkt in das Gespräch ein und betonte darin unter anderem mit Blick auf die Frage der Heilsnotwendigkeit der Taufe eben auch das Gefangensein der Menschen in der Erbsünde, aus der Gott sie mit der Taufe befreie.

Eine täuferische Perspektive zu Taufe und Taufanerkennung brachte PD Dr. Astrid von Schlachta (Regensburg) zum Abschluss des ersten Tages des Dies Academicus ein. Dabei machte sie die Vielfalt in den täuferischen Kirchen deutlich. Sie arbeitete weiterhin ein eigenständiges täuferisches Taufverständnis heraus, schilderte die Verfolgungsgeschichte dieser Gruppen und verdeutlichte, zu welchen Verständigungen man in unterschiedlichen Dialog- und Trialogprozessen gelangt sei.

An alle Vorträge schlossen sich angeregte, zum Teil auch kontroverse Diskussionen an, die zur Klärung der angesprochenen Sachverhalte beitrugen und zum Weiterdenken einluden.

Der erste Tag des "Dies Academicus" wurde mit einer Vesper, die von SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) geleitet wurde, beschlossen, bevor der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen und der Gelegenheit für Austausch und Gespräche im informellen Miteinander ausklang.

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Ein Bericht von selk_news /
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