Konferenz Diakonie und Entwicklung in Berlin | 22.10.2022

„Zu Transformation berufen“:
Die Rolle von Diakonie und Kirche in der globalen Zeitenwende


Berlin, 20.10.2022 - ewde/selk -  Am 19. und 20. Oktober 2022 tagte die Konferenz Diakonie und Entwicklung in Berlin. Sie ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung (EWDE), zu dem die Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe gehören.

Die Konferenz mit 112 Delegierten beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und ihr Diakonisches Werk war durch Diakoniedirektorin Barbara Hauschild (Dortmund) vertreten.

Auf der Tagesordnung standen Vorstands- und Ausschussberichte, die Genehmigung des Jahresabschlusses des EWDE zum 31. Dezember 2021 und des Wirtschaftsplans für das Jahr 2023. Außerdem verabschiedeten die 112 Delegierten eine Verbandsempfehlung, um das erklärte Ziel tatsächlicher Gleichstellung der Geschlechter in der Diakonie Deutschland und ihrer Fachverbände, Träger und Einrichtungen zu erreichen. Darüber hinaus wird eine verbindliche Frauenquote von mindestens 50 Prozent in EWDE-Entscheidungsgremien angestrebt.

Unter dem Titel "Zu Transformation berufen: Lernprozess Ökumenische Diakonie" stellte die Konferenz Diakonie und Entwicklung die Rolle von Kirche und Diakonie in der globalen Zeitenwende dieses Jahr in den Mittelpunkt ihrer zweitätigen Zusammenkunft.

Dagmar Pruin, EWDE-Vorstandsvorsitzende und Präsidentin Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, betonte: "Die internationale Debatte zur ökumenischen Diakonie wird bewusst nicht mehr vom Begriff 'Entwicklung' begleitet, der Jahrzehnte den Globalen Süden im Fokus hatte, sondern von 'Transformation', die insbesondere den Ländern des Nordens ein Umdenken abverlangt. Die Wurzeln der globalen Klimakrise liegen bei uns und unserem Anspruch von ökonomischem Wachstum und mehr Konsum. Es geht um eine gemeinsame Orientierung an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen."

Ein zentrales Thema war die stärkere Anerkennung der Kirchen des Südens und deren Wirken, die für die ökumenische Diakonie und ihre Hilfswerke wie Brot für die Welt bedeutungsvolle Implikationen haben kann. Lokale Kirchen und die internationalen Hilfswerke sollen sich wieder stärker auf einander beziehen, nachdem Erstere in der Vergangenheit zu oft übersehen worden seien. "Wir müssen diese Asymmetrie angehen, um das berechtigte Ziel der ACT-Allianz zu erreichen, eine 'Action of Churches Together' zu sein", erklärte Dr. Fidon Mwombeki, Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz AACC.

Die Diakonie Deutschland begleitet diesen Transformationsprozess ihrer Unternehmen, die in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Kindergärten bis 2035 die von der EU formulierten Ziele zur Klimaneutralität erreichen wollen.

Ulrich Lilie, stellvertretender EWDE-Vorstandsvorsitzender und Diakonie-Präsident: "Veränderungen zu gestalten ist auch für die Diakonie Deutschland eine zentrale Aufgabe. Zehn Jahre nach der Fusion zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung arbeiten wir im EWDE gemeinsam daran, dass die sozial-ökologische Transformation gelingt und wir unseren Teil dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele bis 2045 erreicht." Es gehe darum, die UN-Nachhaltigkeitsziele mit ihren ökologischen, sozialen und gesundheitspolitischen Aspekten als Gesamtanliegen zu verstehen und umzusetzen. "Der notwendige sozial-ökologische Kurswechsel muss so gestaltet sein, dass der soziale Zusammenhalt erhalten bleibt. Daran arbeitet die Diakonie in einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen", so Lilie weiter.

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Eine Meldung von selk_news /
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