BJTplus in Erfurt | 18.10.2022

SELK: BJTplus in Erfurt
Veranstaltung für junge Erwachsene in der Kirchenregion Ost


Erfurt, 18.10.2022 - selk - Vom 7. bis zum 9. Oktober fanden in Erfurt zum zweiten Mal BezirksJugendTageplus (BJTplus) statt. Die Veranstaltung richtete sich an junge Erwachsene in der Kirchenregion Ost der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), die den klassischen Angeboten der kirchlichen Jugendarbeit entwachsen sind. 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu dem Treffen, das unter dem Dach des Jugendpfarramts Sachsen-Thüringen der SELK von einem kleinen Team organisiert wurde.

Das Thema des Wochenendes lautete "Freiheit trotz(t) Gesetz". Hierzu konnte als Referent Felix Hammer, Pfarrvikar der SELK in Halle/Saale, gewonnen werden. Einführend machte Hammer anknüpfend an die Konkordienformel, eine der lutherischen Bekenntnisschriften, deutlich, dass das Gesetz "der unwandelbare Wille Gottes, nach welchem sich die Menschen in ihrem Leben verhalten sollen", ist. Gott und sein Wille, der in den 10 Geboten zusammengefasst ist, lassen sich nicht voneinander trennen. Zum Gesetz gehören dabei auch die von den Geboten umfassten Prinzipien wie die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens (5. Gebot), die Ordnung der Ehe (6. Gebot) oder das Privateigentum (7. Gebot).

Unter der Überschrift "Was tut das Gesetz?" führte Hammer die Teilnehmenden in die drei Gebräuche des Gesetzes ein. Gemäß dem politischen Gebrauch (usus politicus) wirkt das Gesetz als Riegel, indem es in der Gesellschaft Chaos und das ungehinderte Ausleben des Bösen verhindert. Darüber hinaus dient das Gesetz als Spiegel, indem es Menschen zur Erkenntnis ihrer Sünden bringt (usus elenchticus). Für den geistlichen und wiedergeborenen Menschen schließlich wirkt das Gesetz als Regel, die ihnen gleichsam mit dem Heiligen Geist ins Herz gegeben wird (usus in renatis). Christinnen und Christen beginnen, Gott und damit auch seinen Willen zu lieben, der ihr Leben zunehmend prägt. "Es gibt keine Nächstenliebe vorbei an den Geboten Gottes", so Hammer im Blick darauf, dass gesellschaftlich häufig ein Verständnis von Liebe vorherrscht, das mit dem biblischen Verständnis nicht übereinstimmt.

Schließlich thematisierte Hammer die christliche Freiheit. Menschen erlangen diese Freiheit durch Taufe und Glauben: "Der Glaubende ist frei vom Gesetz, weil er durch den vollkommenen Gehorsam Christi vor Gott als Gehorsamer gilt. Das Gesetz kann den Gläubigen nicht mehr verklagen." So beginnt der Glaubende gute Werke hervorzubringen, nicht als Antwort auf das Gesetz, sondern in der Kraft Jesu Christi. Die christliche Freiheit ist also keine rein negative Freiheit von der Herrschaft von Sünde, Tod und Teufel, sondern sie ist eine vom Heiligen Geist bestimmte positive Freiheit zum Leben nach Gottes Willen. Zwar bleibt auch für Christinnen und Christen der überführende Gebrauch (Spiegel) die Hauptfunktion des Gesetzes. "Doch die christliche Freiheit ist die viel größere und die entscheidende Realität, auch wenn wir sie nur mit den Augen des Glaubens sehen können", so Hammer.

An einzelne Vortragseinheiten schlossen sich jeweils Gesprächsrunden an. Neben der inhaltlichen Arbeit blieb Zeit für einen Spaziergang in die Erfurter Altstadt, sportliche Aktivitäten, Gesellschafts- und Gruppenspiele und persönlichen Austausch. Ihren Abschluss fanden die BJTplus mit einem Beicht- und Abendmahlsgottesdienst der Erfurter SELK-Gemeinde. Die nächsten BJTplus sollen vom 10. bis 12. März 2023 stattfinden.

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Ein Bericht von selk_news /
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