Vielfältige Ukraine-Hilfe | 28.07.2022

Von Anruf aus Odessa beeindruckt
SELK-Bischof Voigt über vielfältige Ukraine-Hilfe

Wittenberg/Oberursel/Odessa (Ukraine), 28.7.2022 – selk ‒ In etlichen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) haben Flüchtlinge aus der Ukraine Unterkunft und Zuflucht gefunden.

In der mit der SELK verbundenen Alten Lateinschule in Wittenberg, zugleich Gottesdienstort der SELK in der Lutherstadt, leben zurzeit zwanzig Ukrainerinnen und Ukrainer. Sie kommen aus Kiev, Ternopil und Lutsk. Angelika Weber unterrichtet die Frauen und Kinder in deutscher Umgangssprache. Ihr Ehemann, Pfarrer Dr. Wilhelm Weber, Verwaltungsdirektor an der Alten Lateinschule, unterstützt sie dabei.

Das erste Ehepaar, das aus Kiev kam und in der Alten Lateinschule Unterkunft fand, ist schon in eine eigene Wohnung in Wittenberg gezogen, da die Eheleute Anstellung als Lehrkräfte gefunden haben. Nataliia Zubrytska hat eine Sprachschule in Kiev geleitet – mit 10 Angestellten. „Ihr Englisch ist gut und ihre Deutschkenntnisse machen große Fortschritte“, sagt Wilhelm Weber. Er bemüht sich derzeit um zusätzlichen Wohnraum in Wittenberg, da die Alte Lateinschule auch für die Seminarangebote der lettischen Luther-Akademie Riga und für Besuchergruppen benötigt wird.

Die Lutherische Kirchenmission der SELK prüft derzeit, ob der ukrainische lutherische Pfarrer Andriy Honcharuk angestellt werden kann, um ukrainische Geflüchtete in ganz Deutschland geistlich zu betreuen. Pfarrer Honcharuk lebt mit seiner Familie derzeit in Wittenberg. Dazu hat am 25. Juli ein Gespräch zwischen Honcharuk, Missionsdirektor Roger Zieger und SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. in Hannover stattgefunden.

Auch an der Lutherischen Theologischen Hochschule (LThH) in Oberursel konnten Familien aus der Ukraine untergebracht werden. Schon im März kam eine Familie aus Butscha, einem Vorort von Kiev, der durch die russischen Massaker später bekannt wurde. Eine weitere Familie traf aus Kiev ein. Derzeit leben fünf ukrainische Flüchtlinge auf dem Campus der Hochschule.

Zusätzlich hat die LThH den großen Hörsaal für Deutschunterricht für Ukrainerinnen und Ukrainer zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen. Am Deutschunterricht nehmen nicht nur die Ukraine-Flüchtlinge auf dem Campus der Hochschule, sondern auch zahlreiche Ukraine-Flüchtlinge aus der Stadt Oberursel teil.

Professor Dr. Gilberto da Silva, der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau besonders um die Geflüchteten kümmert, sagt: „Für die Miet- und Nebenkosten der Wohnungen und des Hörsaals haben wir großzügige Unterstützung der Lutherischen Kirche‒Missouri Synode (LCMS), der Lutherischen Kirchenmission (LKM) und der SELK-Diakonie erhalten. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Bischof Voigt sagte gegenüber selk_news, dass er am 23. Juli einen Telefonanruf von Pfarrer Oleg Schewtschenko aus Odessa erhalten habe. Schewtschenko, Pfarrer der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (SELCU), ist, nachdem er seine Frau und Kinder nach Deutschland gebracht hat, in die Ukraine zurückgekehrt, obwohl er einen deutschen Pass besitzt. Er möchte weiterhin bei seinen Gemeindegliedern sein. Pfarrer Schewtschenko bedankte sich bei Bischof Voigt für die große finanzielle Unterstützung, die aus der SELK für den Kauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs gespendet worden war. „Die Hilfe unserer Schwestern und Brüder in Deutschland und Kanada hilft uns nicht nur hier im Krieg zu überleben, sondern stärkt auch unseren Glauben.“ Gemeinsam mit der Lutherischen Kirche‒Kanada (LCC), einer Schwesterkirche der SELK, unterstützt das Diakonische Werk der SELK die Menschen in der Region Odessa.

Bischof Voigt äußerte gegenüber selk_news, dass ihn dieses Telefongespräch beeindruckt habe. „Hier tut ein Pfarrer seinen Dienst im Kriegsgebiet, obwohl er mit seinem deutschen Pass unbehelligt ausreisen könnte. Er und seine Familie nehmen dabei die räumliche Trennung für längere Zeit in Kauf. Davor habe ich große Hochachtung. Gott stärke und schütze ihn, seine Familie und die Schwestern und Brüder in der Ukraine.“

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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