Lettische Kirche schafft Frauenordination ab | 04.06.2016

Lettland: Lutherische Kirche schafft Frauenordination ab
SELK-Partnerkirche verankert Praxis in ihrer Verfassung

Riga (Lettland), 4.6.2016 -idea/evangelisch.de/selk - Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands (ELKL) hat die Frauenordination offiziell abgeschafft. Das hat die Synode am gestrigen Freitag in Riga beschlossen. 201 von 282 Synodalen sprachen sich dafür aus, die Verfassung zu ändern und künftig nur noch Männer zum ordinierten Amt zuzulassen. Damit wurde in der Verfassung verankert, was faktisch seit mehr als zwanzig Jahren praktiziert wird: In der ELKL wurden lediglich von 1975 bis 1985 und von 1989 bis 1992 Ordinationen von Frauen durchgeführt. Janis Vanags (Riga) hat seit seiner Einsetzung als Erzbischof 1993 keine Frauen mehr ordiniert. Er hatte im Februar gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea seine theologische Überzeugung betont, dass die Praxis, ausschließlich Männer als Pfarrer zu ordinieren, den biblischen Grundlagen und der apostolischen Tradition entspreche.

Die lettische Kirche steht mit ihrer Haltung im Lutherischen Weltbund (LWB) nicht alleine. Etwa 30 der insgesamt 145 Mitgliedskirchen praktizieren keine Frauenordination. Auch die Kirchen des Internationalen Lutherischen Rates, unter ihnen die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), ordinieren ausschließlich Männer. Die SELK hat in ihrer Grundordnung festgelegt, dass das Amt der Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung nur Männern übertragen werden kann, und befindet sich seit längerer Zeit in einem Beratungsprozess über diese Regelung.

Auch die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen lehnen die Übertragung des ordinierten Amtes auf Frauen ab. Zu ihnen gehören rund 1,5 der 2,3 Milliarden Christinnen und Christen.

Im Bereich der evangelischen Landeskirchen ist der Synodalbeschluss der ELKL auf deutliche Ablehnung gestoßen, nachdem es schon im Vorfeld kritische Eingaben gegeben hatte. Dr. Wilfried Hartmann, Präsident der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), äußerte sich auf Facebook "traurig und enttäuscht" über diese Entwicklung der lettischen Kirche. "Beten wir dafür, dass Gott sie bald erkennen lässt, was sie da beschlossen haben." Pastor Dr. Klaus Schäfer, Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene der Nordkirche, der mit einer Delegation seiner Kirche an der Synode in der lettischen Hauptstadt teilgenommen hatte, sagte: "Wir sehen diese Beschlussfassung außerordentlich kritisch - sie berührt die Grundlagen unserer Kirchenpartnerschaft." Die Beziehungen zwischen den Kirchenämtern und den Kirchenleitungen der Nordkirche und der lettischen Kirche seien vom Abbruch bedroht.

Die ELKL steht in geordneten partnerschaftlichen Beziehungen mit der SELK.

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