Seminar: Die Kirche und ihr Geld | 11.11.2021

Die SELK und ihr Geld - Stand und Zukunft
Online-Seminar mit dem Vorsitzenden der Finanzkommission

Korbach/Stade, 11.11.2021 - selk - Onlinegestützt trafen sich vergangenen Samstag Kirchglieder aus verschiedenen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), um in einem Seminar des in der SELK beheimateten Wilhelm-Löhe-Seminars des Diakonissenwerks Korbach zum Thema "Die SELK und ihr Geld - Stand und Zukunft" nachzudenken und sich auszutauschen. Als Referent wirkte Hans Joachim Bösch, Vorsitzender der Synodalkommission für Haushalts- und Finanzfragen (SynKoHaFi | Stade) der SELK, mit. Er eröffnete das Thema mit Schlagzeilen, die aus Sorgen um die SELK und ihre Finanzkraft entstanden seien.

Mit den aktuellen Kennzahlen zur Haushaltslage zeigte Bösch auf, dass rund 93 Prozent der Haushaltskosten Personalkosten sind. Sie setzen sich zusammen aus: Pfarrgehälter 74 Prozent, Vikare 3 Prozent, Kirchenmusiker 2 Prozent, Angestellte 2 Prozent, Pensionen für Pastoren 15 Prozent, und Pensionen für Witwen und Waisen 4 Prozent.

Am Haushaltsplan 2021 zeigte Bösch anschaulich, dass die geplanten Ausgaben sich auf 10.465.500 Euro belaufen, während die zugesagten Einnahmen (Umlage) aus den Bezirken 9.224.796 Euro betragen. Das entspricht 88,1 Prozent des benötigten Haushaltes. Der Rest des Haushaltes muss über verschiedene andere "Töpfe" wie zum Beispiel Erstattungen, Sondermittel und Rücklagen finanziert und ausgeglichen werden. 2014 konnten noch 95 Prozent des Haushaltes durch die Umlage gedeckt werden.

Eine Grafik veranschaulichte, dass in den letzten 10 Jahren die Beiträge zwar stetig gestiegen sind, jedoch nicht in dem Maße wie die Ausgaben. Das heißt, dass die Differenz zur Ausgabendeckung sich vergrößert hat.

Auch ließ Bösch die Seminarteilnehmer an den Strukturveränderungen teilhaben. 2015 beschäftigte die SELK noch 118 Pfarrer, 2025 werden es bei regulärem Eintritt in den Ruhestand voraussichtlich noch 92 Pfarrer sein. Nicht mitgezählt werden konnten unvorhersehbares Ausscheiden durch Krankheit oder andere Gründe. Auch mögliche Zugänge von außerhalb der SELK sind nicht kalkulierbar.

Eine weitere Grafik zu den Pfarrstellen in den Bezirken und den Umlagezahlen zeigte deutlich, dass die alten Bundesländer gut elf Pfarrstellen der Neuen Bundesländer finanzieren. Dass mit finanzschwächeren Gemeinden und Bezirken solidarisch umgegangen werden müsse, sei unbestritten. Aber Solidarität sei immer freiwillig und könne nicht eingefordert werden. Daher sei es auch erforderlich, dass das Thema Finanzen weiterhin intensiv in den Gemeinden und Kirchenbezirken thematisiert werde, um auf die finanziellen Bedürfnisse und Erfordernisse der eigenen Kirche hinzuweisen. Auch zukünftig werde die SELK nicht umhinkommen, die Umlagen zu steigern, um Kirche finanzierbar zu machen. Nur wenn die Finanzen stimmten, habe auch die Kirche in ihrer irdischen Vorfindlichkeit eine Zukunft.

Der Grundsatz einer guten Haushaltsführung sollte sein, so Bösch: "Man kann nur das ausgeben, was man auch einnimmt". Dieser Grundsatz würde so in der SELK nicht umgesetzt: Immer wieder müssten Sondermittel und Rücklagen eingesetzt werden, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Und selbst moderate Haushaltssteigerungen würden nicht immer durch die Umlagesteigerungen aufgefangen, so der Vorsitzende der SynKoHaFi.

Der Artikel 9 der Grundordnung der SELK sagt zur "Beitragspflicht": "Die Kirche erhält sich selbst aus Beiträgen, Kollekten und Spenden ihrer Glieder. Jedes Gemeindeglied mit eigenem Einkommen ist nach Gottes Wort verpflichtet, angemessen dazu beizutragen." Aber was heißt "angemessen"?

Wenn jedes Gemeindemitglied, das ein eigenes Einkommen hat, egal in welcher Höhe, 3 bis 3,5 Prozent seines Bruttoeinkommens als Kirchbeitrag zahlen würde, könnte der Haushalt der gesamten Kirche finanziert werden. Daher könnte die prozentuale Festlegung des eigenen Kirchbeitrags gemessen an dem eigenen Einkommen ein gerechtes, objektives und solidarisches System sein.

Es folgte eine intensive Aussprache und ein Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden.

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Ein Bericht von selk_news /
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