SELK-Pfarrerkonferenz (4) | 15.06.2021

"Wie kommen wir aus der Krise heraus und was bleibt?"
SELK-Pfarrerkonferenz befasst sich mit Zukunftsfragen

Hannover, 15.6.2021 - selk - Der letzte Themenblock der digitalen Pfarrerkonferenz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) stand unter der Fragestellung "Wie kommen wir aus der Krise heraus und was bleibt?" Das Gespräch wurde eröffnet durch zwei Referate von Superintendent Markus Nietzke (Hermannsburg) und Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover).

Dabei skizzierte Nietzke die Herausforderungen, vor denen die Kirche nach und mit Bewältigung der Pandemie stehe. Es gelte dabei, miteinander im Gespräch zu bleiben, auch schmerzvolle Spannungen zwischen theologischem Anspruch und erlebter Wirklichkeit auszuhalten und eben auch Freiheit und Vielfalt Raum zu geben, auch wenn es bisweilen den eigenen Wünschen zuwiderlaufe. Manches sei in seinem Wert auch neu entdeckt worden, etwa der Wert der Gemeinschaft oder des Vertrauten. Zu bearbeiten seien in der Nach-Coronazeit nicht zuletzt auch liturgische Fragestellungen. Was gehört zu den liturgischen Grundlagen? Welche Bedeutung haben Aspekte der Gestaltung und Ästhetik? Als besondere Herausforderungen benannte Nietzke die seelsorgliche Begleitung junger Menschen und derer, die Feste nicht haben feiern können und von geliebten Menschen nicht haben Abschied nehmen können. Ein nüchterner Blick in die Zukunft führe dann dazu wahrzunehmen, dass längst nicht alles wieder werde wie zuvor. "Die eigentliche Arbeit liegt erst vor uns", resümierte Nietzke.

Bischof Voigt warb zu Beginn seines Referats um den Dank Gott gegenüber für den Rückgang der Infektionszahlen in Deutschland. Gleichzeitig sei aber zu konstatieren, dass die Pandemie die Kirche an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen habe, indem Gemeinschaft vor Ort nicht mehr möglich oder jedenfalls stark eingeschränkt gewesen sei. In Modifikation eines Votums des US-amerikanischen Psychotherapeuten Steve de Shazer warf Voigt einen Blick auf die Zeit nach der Pandemie und fragte: "Woran werden wir merken, dass wir die Pandemie hinter uns haben?" In dem Zusammenhang sei der Wunsch, das gewohnte Gemeindeleben wieder aufleben zu lassen, durchaus auch legitim, ja sogar in Analogie zu einem Kranken, der wieder auf die Beine kommen wolle, wünschenswert. Zum Abschluss seiner Ausführungen nahm Voigt im Anschluss an den biblischen 1. Korintherbrief des Apostels Paulus (Kapitel 13) Glaube, Liebe und Hoffnung in den Blick, die die Zeiten überdauern.

In Gruppengesprächen wurden die Überlegungen noch einmal vertieft, bevor in der Aussprache die Gelegenheit bestand, in großer Runde die Referate zu diskutieren und auch noch weitere Themen aus den beiden Tagen aufzunehmen und weiterzudenken.

Erkennbar wurde dabei, dass es zu den großen Herausforderungen der Zukunft gehören wird, unterschiedliche Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen, Lagerbildungen zu überwinden und Argumente auszutauschen und zu gewichten.

Die Pfarrerkonferenz wurde mit Dank für die konzentrierte Zusammenarbeit und die offene Gesprächsatmosphäre von Bischof Voigt geschlossen, bevor Pfarrer Simon Volkmar (Hermannsburg) mit den Teilnehmenden eine Abschlussandacht feierte.

Die zweitägige Konferenz war vorbereitet worden von Propst Burkhard Kurz (Farven), Superintendent Bernd Reitmayer (Bad Essen-Rabber) und Bischof Voigt. Für technische Fragestellungen war Hauptjugendpfarrer Henning Scharff (Homberg/Efze) zuständig. Der nächste reguläre Allgemeine Pfarrkonvent ist für den 13. bis 17. Juni 2022 in Hofgeismar geplant.

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Ein Bericht von selk_news /
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