Letzter SELK-Gottesdienst in Osnabrück | 02.06.2021

Ressourcen für ein tragfähiges Gemeindeleben erschöpft
Letzter Gottesdienst der SELK-Gemeinde in Osnabrück

Osnabrück, 2.6.2021 - selk - Nachdem die Gemeindeversammlung der Dreieinigkeitsgemeinde Osnabrück der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am Himmelfahrtstag, 13. Mai, die Auflösung der Gemeinde beschlossen hatte, wurde am Pfingstmontag der letzte SELK-Gottesdienst in Osnabrück gefeiert. Dankenswerterweise stellte die reformierte Gemeinde ihre geräumige Bergkirche zur Verfügung, sodass die etwa 15 Gemeindeglieder und dazu ebenso viele Gäste ausreichend Platz fanden.

In seine Predigt griff Gemeindepfarrer Karl-Heinz Gehrt (Münster) den Trost aus dem Pfingstevangelium (Die Bibel: Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 14) auf und verwies auf den Heiligen Geist, der über die Zeiten hinweg seinen Jüngern verheißen ist, auch über das zeitliche Ende einer Gemeinde hinaus.

In den letzten sieben Jahren betreute Gehrt die rund 70 weit verstreut lebenden Osnabrücker Gemeindeglieder sowohl gottesdienstlich als auch seelsorglich. Viele Impulse in dieser Zeit waren verbunden mit der Hoffnung, neue Wege finden zu können, doch zeigte sich immer wieder, dass die Ressourcen für ein tragfähiges Gemeindeleben erschöpft waren. So betonten es auch die beiden Kirchenvorsteher Dieter Liere und Joachim Wiedermann in ihren Abschiedsworten und bedankten sich für die intensive und zuverlässige Arbeit ihres Pastors.

Beeindruckend war die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes durch Renate Hauschild (Gesang) gemeinsam mit zwei Freundinnen (Querflöte und Piano), die mit ihrem sechsminütigen Schlussstück einige Tränen in der Gemeinde hervorriefen.

Anwesend waren auch Superintendent Bernd Reitmayer (Kirchenbezirk Niedersachsen-Süd der SELK), in dessen Gemeinde Rabber die Osnabrücker zumeist überwiesen werden, sowie Superintendent Michael Otto (Kirchenbezirk Rheinland-Westfalen der SELK), der in seinem Grußwort die langjährige Suche nach einem eigenen Gemeindezentrum vor Augen führte, zum Schluss aber darauf verwies, dass Jesus Christus in seinen Abschiedsreden (Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 13) schon jetzt "viele Wohnungen bereitet hat".

Die Gemeinde Osnabrück ist 1947 entstanden. Zu ihr gehörten viele im Zweiten Weltkrieg geflüchtete Lutheraner aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße. Als ersten eigenen Pastor berief die Gemeinde Pfarrer Bernhard Schütze (sen.). Im Jahr 1977 konnte das Haus in der Natruper Straße 14 mit Kirchsaal und Pfarrwohnung eingeweiht werden. Im Jahr 2012 musste die Gemeinde wegen des umfänglichen Sanierungsbedarfs das Haus wieder verkaufen. Die Gottesdienste fanden seitdem im Wohnstift am Westerberg und zuletzt in einem Gemeindesaal der reformierten Bergkirche statt.

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Ein Bericht von selk_news /
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