SELK an neuer DÖSTA-Studie beteiligt | 18.05.2021

Diaspora und Sendung
SELK an neuer DÖSTA-Studie beteiligt

Frankfurt/Main, 18.5.2021 - ack/selk - Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat eine neue Studie unter dem Titel "Diaspora und Sendung - Erfahrungen und Auftrag christlicher Kirchen im pluralen Deutschland" veröffentlicht. Die Studie zielt darauf, die plurale kirchliche Situation in Deutschland aus der Perspektive der multilateralen Ökumene differenziert zu beschreiben, theologisch zu analysieren, unter den Leitkategorien "Diaspora und Sendung" zu deuten und konkrete Handlungsoptionen für die Kirchen und Gemeinden daraus abzuleiten. Aus dem Bereich der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) hat Prof. i.R. Dr. Werner Klän D.Litt. (Lübeck), der die SELK im DÖSTA vertritt, einen Aufsatz beigesteuert.

"Die Diaspora-Situation gehört durchaus in die Beschreibung kirchlicher Wirklichkeit hinein; selbstständige evangelisch-lutherische Kirchen kennen dies als Signum ihrer Existenz seit ihrem Entstehen im 19. Jahrhundert", erläutert der Autor: "Die SELK lebt in der überwiegenden Mehrzahl der Gemeinden unabhängig von ihrer Größe sowohl in konfessioneller als auch zunehmend in säkularer Diaspora." Die Aufgabenstellung des im Jahr 1900 gegründeten Diasporawerkes der SELK, dessen Vorsitzender Klän ist, habe sich nach seinem Selbstverständnis nicht geändert. Ziel und Inhalt aller Arbeit bleibe die Fürsorge für Glaubensgeschwister, die Nöten und Schwierigkeiten im Glaubensleben ausgesetzt sind. Im Blick auf die Bezugnahme auf das Diaspora-Thema im Kontext der jetzt vorliegenden Studie sagt Klän: "Die SELK und die mit ihr verbundenen bekenntnisbestimmten lutherischen Kirchen sehen sich verpflichtet, mit anderen Kirchen in gründlicher theologischer Arbeit nach der Überwindung des Trennenden zu suchen. So kommt es zur Zusammenarbeit mit anderen Christen und Kirchen, wo gemeinsames christliches Zeugnis gegenüber der nach-christlichen Welt möglich und erforderlich ist."

Prof. Dr. Katharina Bracht, Mitglied des DÖSTA und Herausgeberin der Studie, betont im Blick auf die Neuveröffentlichung: "Im DÖSTA haben wir durch die große Breite der in unserem Gremium vertretenen kirchlichen Traditionen die einmalige Möglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in bestimmten Themenfeldern herauszustreichen und darüber miteinander - in ökumenischem Vertrauen auch sachlich kontrovers - ins Gespräch zu kommen." Bei dem Thema "Diaspora und Sendung" habe sich während der Erarbeitungsphase gezeigt, dass sich alle Kirchen in Deutschland in einer jeweils anders zu definierenden Diasporasituation befänden. ",Diaspora' ist griechisch und bedeutet Zerstreuung - oder Verstreuung", ergänzt Prof. Dr. Thomas Söding, Vorsitzender des DÖSTA und Mitherausgeber der Studie: "Obwohl es in Deutschland immer noch das Verhältnis von Mehrheits- und Minderheitskirchen gibt, so zeigt sich doch durch die zunehmende Pluralität auch eine steigende Diasporasituation aller Kirchen." Die Studie zeigt Chancen auf, wie die Kirchen ihre je unterschiedlichen Diaspora-Bezüge für die ökumenische, kulturelle und zivilgesellschaftliche Entwicklung in Deutschland fruchtbar machen können.

"Das Thema der Studie ist zeitlos und doch immer wieder brandaktuell", betont der Vorsitzende der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, und ergänzt, dass die Studie ein facettenreiches Bild zeichne, "das in die Schwarz-Weiß-Malerei von rein negativ betrachteter Diaspora und rein positiv betrachteter Sendung Grautöne einfügt, die manche vorgeprägten Meinungen hinterfragen und aufbrechen."

Zum Buch: Katharina Bracht / Thomas Söding (Hg.), Diaspora und Sendung. Erfahrungen und Auftrag christlicher Kirchen im pluralen Deutschland (Beihefte zur Ökumenischen Rundschau 134), Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2021, 368 Seiten, 38 Euro.

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Ein Bericht von selk_news /
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