Kunst-Installation in Düsseldorfer SELK-Kirche | 24.02.2021

Kunstverhüllung in Düsseldorfer SELK-Kirche
Ausstellung "Berühre die Wunden" eröffnet

Düsseldorf, 24.2.20210 - RP online/selk - Mancherorts wird in Kirchen in der Passionszeit das Kreuz verhüllt. Sichtbar gemacht wird das Symbol des leidenden Gottessohns dann erst wieder nach dem Ende der Karfreitagsliturgie. In der Düsseldorfer Erlöserkirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist jetzt eine besondere Verhüllung zu sehen. Über die Dauer des Osterfests hinaus präsentiert die Kirchengemeinde ein langfristig geplantes Kunstprojekt. "Berühre die Wunden" (www.kunstinkirchen.info/download/flyer-wunden.pdf) lautet das Thema der Installation. Seit dem vergangenen Sonntag und bis zum 18. April ist das Kunstprojekt zu sehen.

Der in Wuppertal arbeitende SELK-Pfarrer und Bildkünstler Michael Bracht nimmt dazu das Altarkreuz und ein rechts im Altarraum hängendes Gemälde des Malers Eduard von Gebhardt als Grundmotiv. Beide zeigen Jesus mit den Wundmalen aus der Kreuzigung. Im Gemälde berührt der "ungläubige Thomas", wie im Johannes-Evangelium berichtet, diese Wunden eigenhändig.

Bracht überdeckte Teile der beiden Werke mit einem Schleier aus Organza. Mit einem roten hölzernen Ring betont er auf dem sehr transparenten und schillernden Gewebe zwei der Wundmale. Beim Kreuz ist dies die Brustöffnung, bei dem Bild die rechte Hand. "Wir sind derzeit alle verhüllt durch Masken und auch verwundet, traumatisiert", sagt der Künstler. "Die Verhüllung stört das Atmen, stört das Verstehen der Sprache, stört das Erkennen." Bracht ist davon überzeugt, dass kein Mensch ohne seelische oder körperliche Wunden durchs Leben geht. Aber auch, dass wir alle irgendwann andere Menschen ebenso verletzen.

Als Pfarrer ergibt sich für ihn hieraus die Frage: Wo ist der Ausweg? Wo ist der Weg zu Entlastung, Heilung und Erlösung? Für sein Motiv der Verhüllung und Offenbarung hat er im Neuen Testament viele Belege gefunden, aber auch bei der Verehrung und Anbetung des Bundesgottes Jahwe im Judentum: "Der Verhüllungsritus in der Liturgie der Kirche bringt sinnhaft zur Erfahrung, was in der Heiligen Schrift nur mit Worten verkündet wird."

Zu diesen Themen bietet die Erlöserkirchengemeinde zwei Vorträge. Am 20. März sprechen der Theologe Prof. Dr. Christian Neddens und die Medizinerin Dr. Anne Neddens (Oberursel) über "Öffnung des Sichtbaren. Seh-Erfahrungen in Kunst, Medizin und Theologie." Drei Wochen später heißt es von Dr. Karoline Künkler (Köln): "Wunden weisen. Enthüllen und Entblößen körperlicher Verletzungsspuren in der Kunst". Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
Quelle: Rheinische Post online | Claus Clemens, 24.2.2021
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