Andrea Riemann: Bericht über die Arbeit in Brasilien | 16.08.2018

"Meine Aufgabe ist es, die Menschen zu lieben"
SELK: Andrea Riemann berichtet von ihrer Missionsarbeit in Moreira

Verden, 16.8.2018 - MK/selk - "Als ich das erste Mal in Brasilien war, sagte mir der Pastor: ,Deine Aufgabe ist es, die Menschen zu lieben!' Liebe ist das Stichwort und die Aufgabe, die in allen Bereichen, über allem steht", beschreibt Andrea Riemann ihre Arbeit im Kinder- und Altenheim in Moreira, einem kleinen Dorf in Brasilien. Zurzeit ist sie auf Heimatbesuch und berichtet deutschlandweit in verschiedenen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) von ihrer Arbeit vor Ort. Am Sonntag war die 44-Jährige zu Gast in der Zionsgemeinde der SELK in Verden.

Hier wuchs Riemann auf. "Mein erster Kontakt zu Brasilien entstand in der Jugendgruppe der Gemeinde. Wir hatten ein Patenkind in dem Heim, wo ich nun arbeite, und bekamen regelmäßig Post von dort. Als der Pastor Azevedo aus der brasilianischen Kirche alle einlud, nach Brasilien zu kommen, haben ihn viele Ehepaare der Gemeinde dort besucht. Daraus entstand der Förderkreis Brasilien, der 1991 gegründet wurde", erzählt Riemann von den Anfängen.

"Durch Erzählungen wusste ich viele Dinge." Vor allem aber habe sie das Ganze interessiert und sie habe helfen wollen.

Die gelernte Krankenschwester bemerkte während ihrer häufigen Schichtdienste, dass sie immer weniger Zeit für die Kirchengemeinde hatte: "für das, was mir Spaß macht, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder die Chorarbeit. Also entschied ich mich bewusst dafür, eine Zeit nicht für Geld zu arbeiten", erzählt sie.

1996 ging es für Riemann zum ersten Mal für ein halbes Jahr nach Brasilien. "Hin und her lief es dann." In Deutschland habe sie gearbeitet und Geld gesammelt, um in Brasilien ehrenamtlich arbeiten zu können. 2007 wurde die Verdenerin von ihrer Gemeinde ausgesandt. Seitdem lebt und arbeitet Riemann für das SELK-Missionswerk "Lutherische Kirchenmission" (Bleckmarer Mission) in dem Heim, das sich um Kinder, Kinder mit ihren Müttern sowie Alte kümmert.

"Meine Aufgabe ist es, die Kinder zu lieben. Das ist Grundlage für alles, was in ihrem Leben passiert. Es ist ein Grundbedürfnis. Ich begleite die Menschen, schenke ihnen ein offenes Ohr und gebe ihnen eine Lebensperspektive. Das ist meine wichtigste Aufgabe." Daneben erledige sie alltägliche Arbeiten, sie trockne ab, bringe abends die Kinder ins Bett, bete mit ihnen und gebe ihnen einen Gute-Nacht-Kuss. Es gehe darum, für sie eine Familie zu sein. Außerdem lerne sie als Krankenschwester Mitarbeitende im Altenheim an und helfe dort mit ihren Fähigkeiten aus, berichtet die 44-Jährige von ihrer täglichen Arbeit.

Im Projekt "Sonnenstrahl" erledige sie einmal im Monat die Schreibarbeit für die Schulen der Armen. "Das Projekt hat vor 17 Jahren begonnen und war ganz klein. Nun ist es groß geworden." Die Familien der Schülerinnen und Schüler treffen sich dort zur Andacht und bekommen anschließend ein Lebensmittelpaket. "Das wird auch durch die Patenschaft in Deutschland unterstützt", zeigt Riemann auf.

Das Motto "Unspektakulär" des Verdener Missionsfestes am vergangenen Sonntag sei aus einem Bericht von ihr entstanden. Es fasse das Besondere der Arbeit gut zusammen. "Was müssen wir tun, damit sich ein Kind geliebt fühlt? Es ist eigentlich unspektakulär." Es gehe um normale Dinge, aber vor allem um Liebe, erläutert Riemann. "Es ist spektakulär, aber es passiert ganz unspektakulär." Hierum sei es nicht zuletzt bei ihrem Besuch in der Zionsgemeinde gegangen. "Brasilien ist ein riesiges Land mit riesengroßen Unterschieden. Was hängen bleibt, ist die Freundlichkeit und Fröhlichkeit. Ein berühmter Satz dort lautet: ,Es gibt für alles eine Lösung.' Und danach leben die Brasilianer auch."

In Deutschland bleibt die 44-Jährige noch einige Tage, bevor es zurück nach Brasilien geht. Für sie steht fest: "Es ist meine Berufung. Gott möchte mich an diesem Ort haben. Da ist mein Platz."

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
Quelle: Verdeern Aller-Zeitung / kreiszeitung.de [MK] vom 13.8.2018
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