Zum Tag des Erzengels Michael und aller Engel


„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden…“


Ikone

„Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.“ So bekennen wir es im Nicänischen Glaubensbekenntnis.

Die Kirche bekennt also eine von Gott geschaffene „unsichtbare Welt“. Unsichtbar – nach heutigen Maßstäben zählt dazu alles, was mit (natur-)wissenschaftlichen Methoden nicht belegt und bewiesen werden kann. Engel gehören ganz zweifellos dazu.

Aber schon William Shakespeare lässt seinen Horatio im ‚Hamlet‘ sagen: „Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt.“ Engel gehören zweifellos dazu.

Beweisen im naturwissenschaftlichen Sinne lassen sie sich nicht. Aber erfahren lassen sie sich und erfahren werde sie von Christen, die ihr Vertrauen ganz auf den lebendigen Gott setzen. Immer wieder wundern sie sich, welche Mittel und Möglichkeiten, ganz unbeteiligte Menschen oder sogenannte Zufälle sie in ihrer Lebenserfahrung gewiss macht: Ja, Gott sorgt für mich. Er ist wirklich „allgegenwärtig“. Das ist nicht nur eine Behauptung der Dogmatik, das ist erfahrbare Glaubenswirklichkeit.

Engel – das griechische Wort‘ angelos‘ heißt ‚Bote‘- sind einerseits Boten Gottes, die Erkenntnis, Warnungen, Tröstungen und Orientierung für mein ganz persönliches Leben vermitteln. Andererseits sind Engel aber auch Werkzeuge, „Bodenpersonal“ Gottes, eine der vielen Arten und Weisen des Schöpfers, immer bei und uns zu sein, immer für uns da zu sein.

Was Engel nicht sind: Gottgleiche Wesen, Nebengötter, denen eine besondere Verehrung oder Anbetung gebührt, wie das z.B. in esoterischen Kreisen (gerne pseudochristlich verpackt) dargestellt wird.

Wenn die Kirche am 29. September den Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel begeht, macht sie sich dankbar bewusst, dass  Gott „viel tausend Weisen“ weiß, “zu retten aus dem Tod“, wie Paul Gerhardt 1653 dichtete.

Engel sind Geschöpfe Gottes, die zur unsichtbaren Welt gehören. Menschen sind Geschöpfe Gottes, die zur sichtbaren Welt gehören. Beide sind Werkzeuge in Gottes Hand. Beide kann Gott zur Ausführung Seines guten und gnädigen Willens einsetzen. Und Er tut es auch. Und – wer weiß - vielleicht sind Sie auch schon ein Engel Gottes, wenn auch in der sichtbaren Welt, für andere gewesen, ohne dass Sie es wussten?


Bild: Gottes eingeborener Sohn, Ikone in der Verkündigungskathedrale in Moskau | Shakko - wikimedia.org

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