Deutsche Bibelgesellschaft


Bereits im Juni hat im Haus Villigst in Schwerte die 38. Vollversammlung und die Geschäftsstellenkonferenz der in Stuttgart ansässigen Deutschen Bibelgesellschaft (www.die-bibel.de) stattgefunden. Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ist Mitglied in der DBG und wird dort durch Pfarrer Dr. Christian Neddens (Saarbrücken) und Pfarrer Stefan Förster (Heidelberg) vertreten. Letzterer berichtet nun von dem Treffen in Schwerte.

Bibelgesellschaft

Haus Villigst ist immer ein guter Ort zum Tagen – zumal, wenn man selbst aus Westfalen stammt.

Die Vollversammlung folgte dem üblichen Ablauf. Es galt, die Jahresberichte entgegenzunehmen und zu diskutieren und sich über die aktuellen Projekte und Entwicklungen bei der Deutschen Bibelgesellschaft zu informieren. Die sind gekennzeichnet durch einen laufenden Strategie-Entwicklungs-Prozess, der sich an den Formulierungen zu Mission und Vision orientiert, die 2016 vom Aufsichtsrat beschlossen wurden:

- „Mitten ins Leben: Wir bringen die Bibel zu allen Menschen.“
- Die Bibel ist für alle Menschen in Deutschland relevant, als Grundlage des christlichen Glaubens und als unverzichtbarer Teil der Kultur.
- Die Deutsche Bibelgesellschaft wirkt als anerkanntes Bibel-Kompetenzzentrum überkonfessionell und weltweit.
- Die Deutsche Bibelgesellschaft erreicht Menschen, die die Bibel noch nicht kannten oder sie neu entdecken wollen. Sie veröffentlicht innovative zielgruppengerechte Bibelausgaben und bibelerschließende Medien.
- Die Deutsche Bibelgesellschaft fördert weltweit und nachhaltig Bibelübersetzung und Bibelverbreitung.
- Auf Basis ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit arbeitet sie national und international mit allen Partnern zusammen, die ihre Anliegen teilen.

Die Einführung der revidierten Lutherbibel war natürlich auch wirtschaftlich ein Höhepunkt im Jahr 2017, zugleich aber auch das, was man unter „Sondereffekte“ verbucht, womit markiert werden soll, dass sich diese Entwicklung nicht in den folgenden Jahren fortschreiben lässt. Herausforderungen beim Absatz bestehen insbesondere bei den wissenschaftlichen Ausgaben – hier geht das Interesse spürbar zurück – und im Blick auf die Markteinführung der BasisBibel im Jahr 2020. Seit vielen Jahren wird an dieser Ausgabe gearbeitet; große finanzielle Anstrengungen waren nötig, um dieses Projekt zum Ziel zu bringen. Ob sie auch wirtschaftlich ein Erfolg wird, ist noch nicht abzusehen.

Die Gute Nachricht Bibel feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Sprachlich dürfte ihr die BasisBibel wohl den Rang ablaufen, nach wie vor gilt sie aber als die einzige ökumenisch verantwortete Bibelübersetzung in Deutschland.

Besondere Höhepunkte waren die Verleihung der Canstein-Medaille an Dr. Dr. Roland Werner mit einer Laudatio von Dr. Christian Brenner und die Bibelarbeit von Präses Annette Kurschus „Von der Lust zu suchen und vom Glück, gefunden zu werden (zu Lukas 15,1-17). Kurschus war im letzten Jahr in Abwesenheit zur Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Bibelgesellschaft gewählt worden. Mit dieser Bibelarbeit hat sie gezeigt, dass das eine gute Wahl war.

Ein weiterer Höhepunkt war der „Landeskirchliche Abend“, zu dem die Evangelische Kirche von Westfalen und die von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen eingeladen hatten. Mit der Stiftung „Creative Kirche“, die unter anderem hinter dem Lutheroratorium steht, der Evangelischen Pop-Akademie und eben dem Tagungsort „Haus Villigst“ hat die Westfälische Landeskirche einige beeindruckende Leuchtturm-Projekte auf den Weg gebracht.

Praktisch wird es dann immer bei der Geschäftsstellenkonferenz, die ihren besonderen Höhepunkt bei der Vorstellung des Projektes „Genussvoll glauben“ (www.amd-westfalen.de/begegnen-einladen/genussvoll-glauben) fand. Dahinter verbirgt sich ein „biblisches Whisky-Tasting“, von dem nicht nur berichtet wurde, sondern das wir vor Ort gleich erleben konnten. Das Wort Whisky kommt aus dem Gälischen „Uisge beatha“ und bedeutet nichts anderes als „Wasser des Lebens“. Bezüge zur Bibel liegen auf der Hand. Ein Buch führt minutiös durch den kompletten Abend. Es enthält alles, was man für die Durchführung des Projektes an Informationen braucht. Dazu kommt ein Zugang zu den Materialien (Präsentationen, Film etc.) des Projektes. Ein interessantes Projekt, selbst wenn man keinen Whisky mag.

Soeben erschienen ist die aktualisierte Neuauflage des Heftes „Empfehlenswerte Kinderbibeln“, es kann im Kirchenbüro der SELK in Hannover gratis abgerufen werden.


Foto: © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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