Immer mehr Flüchtlingstaufen in Berlin | 29.03.2016

In Berlin lassen sich immer mehr Flüchtlinge taufen
Eine "Hochburg" ist die SELK-Gemeinde in Steglitz

Berlin, 29.3.2026 - idea/selk - Immer mehr Flüchtlinge in Berlin lassen sich taufen. Das geht aus Medienberichten hervor. "Bild am Sonntag" veröffentlichte einen zweiseitigen Beitrag über die Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz, die zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehört. Die Gemeinde von Pfarrer Dr. Gottfried Martens sei so etwas wie eine Hochburg der Konvertiten, also von ehemaligen Muslimen, die zum Christentum übergetreten sind. Vor fünf Jahren habe er den ersten Flüchtling getauft. Heute bereicherten 1.200 Flüchtlinge die Gemeinde. Die meisten stammten aus dem Afghanistan und dem Iran. 750 von ihnen habe Martens selbst getauft, 195 allein im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr fanden bereits zahlreiche Taufen statt. Gerade am Wochenende konnte Martens in der diesjährigen Osternacht wieder 15 Taufen vollziehen. "Wir haben einen wunderschönen Osternachtsgottesdienst gefeiert mit etwa 300 Teilnehmern, voll von Tauf- und Osterfreude", schreibt der Seelsorger auf der Facebook-Seite seiner Gemeinde: "Und wir waren schon nach gut drei Stunden fertig!"

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, gehen vor allem Freikirchen offen mit dem Phänomen um. "Es ist wohl so, Konvertiten kommen eher in den Freikirchen an als in den großen Kirchen", zitiert das Blatt Andrea Meyerhoff vom Vorstand des überkonfessionellen Netzwerks "Gemeinsam für Berlin". Der Baptistenpastor Matthias Linke (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Kreuzberg) berichtet, dass alle Konvertiten ihr Freiheitsdrang und ihre Islamkritik eine: "Sie beschreiben das Christentum als Religion der Freiheit."

Vorsichtiger äußern sich Vertreter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Inoffiziell bekennen evangelische Pfarrer, mit den Konversionen gehe ihre Kirche ungern hausieren, so die Morgenpost. Manche wähnten dahinter Sorgen um den interreligiösen Dialog mit dem Islam. "In der Landeskirche gibt es eventuell eine Zurückhaltung, Menschen in Not mit Taufangeboten zu begegnen", wird Pressereferent Pfarrer Christoph Heil zitiert. Seit der 2013 erschienenen Handreichung "Zum Umgang mit Taufbegehren von Asylsuchenden" - herausgegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen - hätten aber "einige Pfarrer eine große Bereitschaft" bekundet, ihre Gemeinde für taufwillige Moslems zu öffnen.

Laut Morgenpost taufte zum Beispiel Pfarrer Jens Jacobi von der Melanchthon-Kirche in Spandau Anfang 2016 zehn Iraker.

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Ein Bericht von selk_news /
Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
Quelle: Evangelische Nachrichtenagentur idea, 29.3.2016 / selk_news werden herausgegeben von der Kirchenleitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Schopenhauerstraße 7, 30625 Hannover, Tel. +49-511-557808 - Fax +49-511-551588, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!---> Informationen aus Kirche und Gemeinden in Wort und Bild
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