Kommission zum Themenfeld Apartheid | 16.03.2016

Trilaterale Kommission zum Themenfeld "Apartheid" tagte
SELK: Prof. Dr. Klän hat Vorsitz inne

Pretoria/Südafrika, 16.3.2016 - selk - Mitglieder einer Forschungsgruppe zum Themenfeld "Apartheid" trafen sich am 8. März auf dem Gelände des Lutherischen Theologischen Seminars in Tshwane/Pretoria (Südafrika), um ihrem Auftrag nachzukommen und ihre Arbeit weiter zu koordinieren. Die Kommission besteht aus Vertreten der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA), der Freien Evangelisch-Lutherischen Synode in Südafrika (FELSiSA) und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) samt der Lutherische Kirchenmission in Südafrika (MLC); den Vorsitz hat Prof. Dr. Werner Klän von der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel der SELK inne.

Die Kommission hat den Auftrag, Informationen zusammenzustellen über die Haltung der beteiligten Kirchen vor und während der Zeit der Apartheid. Zu diesem Zweck betreibt die Kommission kirchengeschichtliche Studien und Quellenforschung. Das nächste Ziel ist die Veröffentlichung eines "Readers" (Quellensammlung), der einschlägige Dokumente - sei es von Einzelpersonen, sei es von Körperschaften - enthalten soll, aber auch theologische Stellungnahmen zu Apartheid und Rassismus. Einige Unterlagen müssen noch übersetzt werden, um eine breitere Leserschaft zu erreichen.

Ziel der Kommission ist es darüber hinaus, mit Hilfe der Methode der "Oral History" Interviews mit Zeitzeugen durchzuführen, um die Befunde der archivalischen Materialien zu ergänzen und lebende Quellen heranzuziehen. Um diesen Prozess erfolgreich zu gestalten, sind besondere Schulungen künftiger Interviewer erforderlich. Auf diese Weise versucht die Kommission eine distanzierte Betrachtung - über den historiographischen Zugang - zu verbinden mit einer Nah-Perspektive aufgrund der Erlebnisberichte von Menschen, die in ihrem Leben unmittelbar durch die Apartheid-Ideologie und ihre Auswirkungen auf ihr Leben betroffen waren und noch sind.

"Auch wenn einige die Relevanz und den Wert dieser Arbeit in Frage stellen, ist die Kommission doch der Überzeugung, dass ihr Vorhaben hoch wichtig ist", sagt Dozent Dr. Karl Böhmer, Mitglied der Kommission. Die Relevanz bestehe einmal im Blick auf Entscheidungen, die die beteiligten Kirchen in der Vergangenheit getroffen hätten, zum andern hinsichtlich gegenwärtiger Entwicklungen in diesen Kirchen, "nicht zuletzt aber angesichts der offenkundigen Anomalie des Bestehens - immer noch - getrennter konfessionsgebundener lutherischer Kirchen in derselben Weltgegend."

Die Kommission plant, zu gegebener Zeit einen Bericht und Empfehlungen zur Behandlung dieser Fragestellungen an die Auftrag gebenden Kirchen gehen zu lassen.

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