Prof. Klän zu Gast in Pretoria | 10.03.2016

Dankbar für Verbindung zwischen Hochschulen und Kirchen
SELK: Werner Klän erneut am Seminar in Südafrika

Pretoria/Südafrika, 10.3.2016 - selk - Morgen endet ein 14-tägiger Aufenthalt von Prof. Dr. Werner Klän von der Lutherischen Theologischen Hochschule (LThH) Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) am Lutherischen Theologischen Seminar (LTS) in Thswane/Pretoria, der südafrikanischen Partnerhochschule der SELK.

Zum ersten Mal habe er einen "Advanced Course" betreut, berichtet Klän - eine Veranstaltung, die in etwa der Pfarrerfortbildung im Pastoralkolleg der SELK entspreche. Dabei habe er zusammengewirkt mit Prof. John Pless vom Concordia Theologischen Seminar der Lutherischen Kirche-Missouri Synode in Fort Wayne (IN/USA). Die Gegenstände ihres Unterrichts hätten sich gut ergänzt, so der Oberurseler Systematiker: Pless habe über "Leben und Werk des Pastors" anhand von Wilhelm Löhes Pastoraltheologie unterrichtet, er, Klän, habe eine Einführung in "Die Lehre von Kirche und Amt in den lutherischen Bekenntnisschriften" gegeben. Die meisten Teilnehmer waren Pastoren aus verschiedenen lutherischen Kirchen; hinzu kamen einige frisch examinierte junge Theologen.

"Es bedarf schon einer gewissen Anstrengung, sich jeden Tag für drei Stunden den genaueren Bestimmungen der Amtslehre, wie sie im Konkordienbuch der lutherischen Kirchen niedergelegt ist, zu widmen", berichtet Klän. "Aber man kann bei der Befassung mit den Bekenntnisschriften des 16. Jahrhunderts, die in solchen Kirchen, die sie angenommen haben, als sachgemäße Auslegung der Heiligen Schrift nächst der Heiligen Schrift verbindliche Geltung für Lehre und Leben haben, auch reiche Entdeckungen machen: etwa, wie die Lehre von der Kirche verbunden ist mit der Lehre vom geistlichen Amt, diese wiederum mit der Lehre vom Wort Gottes." Denn Gottes Wort, besonders das Evangelium in seinen verschiedenen Anwendungsgestalten, wie das mündlich verkündigte Wort, die Taufe, das Abendmahl sowie Beichte und Vergebungszuspruch seien grundlegend für Kirche und Amt zugleich. Die Kirche sei ja nach Martin Luther "creatura verbi" (Geschöpf des Wortes Gottes) - und das kirchliche Amt sei diesen Gnadenmitteln dienstbar zugeordnet. "Neben der Analyse der historischen Hintergründe und der im Konkordienbuch bezogenen Positionen drehten sich die Aussprachen um die Anwendung dieser Entscheidungen auf das kirchliche Leben unserer Zeit."

Sein Aufenthalt in Südafrika gab Klän auch Gelegenheit zu einer Begegnung mit Bischof Modise Maragelo von der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA), einer Schwesterkirche der SELK. In der Unterredung am 1. März konnten die Fortschritte in der Arbeit der zwischenkirchlichen Kommission zum Themenfeld Apartheid erörtert werden. Die Kommission besteht aus Vertretern der LCSA, der Freien Evangelisch-Lutherischen Synode in Südafrika sowie der SELK und der Mission Lutherischer Kirchen in Südafrika. Maragelo erklärte es für wünschenswert, wenn die Ergebnisse der Kommissionsarbeit helfen könnten, den beteiligten Kirchen einen Prozess im Sinn des "Heilens der Erinnerungen" zu ermöglichen, darüber hinaus aber einen wirklichen, gemeinsam gestalteten Weg des Zusammenlebens zu entwickeln, da die Kirchen bisher eher in einer Art "abstrakter" Kirchengemeinschaft zueinander stünden. Der Bischof und sein deutscher Gesprächspartner stimmten darin überein, das Bemühen zur Erreichung dieses Ziels zu verstärken, um der Glaubwürdigkeit des bekenntnisgebundenen lutherischen Zeugnisses in Südafrika und darüber hinaus willen. Die Kommission traf sich am 8. März in den Räumlichkeiten des LTS und erreichte in ihrer Arbeit einige Fortschritte.

Um Absolventen des LTS, die einen Master- oder Doktorandenstudiengang belegen, zu sammeln und mit ihnen ihre Forschungsprojekte zu besprechen, wurde zusammen mit Rektor Dr. Wilhelm Weber beschlossen, ein Forschungskolloquium für den 2. und 3. September einzuberufen, das in Verbindung mit dem Tag der Offenen Tür stattfinden soll.

"Einmal mehr bin ich dankbar für die Verbindung zwischen unseren Hochschulen und Kirchen, die uns ermöglicht, in größerem Rahmen für die Geltung konfessioneller lutherischer Theologie einzutreten", resümiert Klän.

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Redaktion: SELK-Gesamtkirche /
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